Sarturia.com Buchinhalt Vorschau


Aus dem Buch: Dieter K├Ânig - Sarturia┬« Autorenschule - (Auswahlband)
 
Inhaltsthemen:
1. Das Geheimnis erfolgreicher Dialoge
2. Der Kult um das richtige Wort
3. Die Gefahren beim schreiben von Action
4. Der Trick mit den Synonymen
5. Wild drauflos schreiben oder planen?
6. Was erwartet der Leser von seinem Autor?
7. Wieso mache ich immer den gleichen Fehler?
8. Schreiben im Team, geht das?
9. Schreiben, Arbeit oder Spaß?
10. Wieso bin ich sowieso der Beste
11. Keine Angst vor Kritikern

Die Forums-Vorträge von Dieter König.

Der Verleger, Dieter König, war freier Autor und Co-Autor in den Bereichen Wirtschaft, Management und Finanzen. Lange Zeit arbeitete er als Redakteur bei Fachzeitschriften und war selbst Herausgeber der Zeitschrift "Der Profi". Beim größten deutschen Taschenbuch Verlag, Heyne, München, veröffentlichte er sein erstes Taschenbuch im Bereich Science Fiction. Seit dem Jahre 2004 betreibt er im Internet die erfolgreiche "Werkstatt für angehende Meister der Feder", in der unter anderem aus der Praxis heraus die Sarturia® Autorenschule entstand.
Dieter König gibt das erworbene Know-how kostenlos an die Autorengruppe der Mitglieder von Sarturia® weiter. Ziel ist es, auf einfache und spielerische Weise das Handwerkszeug eines Autors zu erlernen um es später eigenständig und in eigener Verantwortung verwenden zu können.
Die Vorträge bedienen sich der saloppen Sprachweise der Forenuser und erhielten von Anfang an hervorragende Kritiken. Aus diesem Grund werden Sie in der gewohnten Manier weitergeführt und auch für die Publikation in Taschenbuchform sahen wir keinen Grund, das zu ändern. Nicht umsonst raten wir den Jungautoren, den Leuten "aufs Maul" zu schauen. Die Qualität der publizierten Taschenbücher und Storysammlungen unter dem Label von Sarturia® lässt vermuten, dass unsere Ratschläge in der Tat bei den Autoren angekommen sind.

Und nun:
Viel Spaß beim studieren!

Dieter König
Buchautor und Verleger

1. Vortrag

Rollenspiel contra Taschenbuch

*Drachenherz das neue Forum betritt, sich umguckt, und dann das obligatorische Taschentuch zückt und kräftig schnäuzt. Sich schließlich dem überfüllten Auditorium zuwendet*
Tja, wo fangen wir an? Es soll ja hier nicht so langweilig zugehen wie in der Schule. Also sind Zwischenfragen erlaubt und gern gesehen. Und ich beschränke mich einfach mal auf das, was mir in unserer Werkstatt jeweils gerade auffällt.
Bereit? Also:
Wir haben schon seit längerem wunderschöne Geschichten und tolle Abenteuer geschrieben. Sie alle sind nach gänzlich eigenen Regeln erstellt, die hier unter uns und auch in anderen Foren, ihre Gültigkeit haben.
Nun fällt mir auf, dass die Autoren von Hardcover- oder Taschenbüchern ganz andere Regeln befolgen, vor allem wenn ihre Protagonisten im Text etwas sagen. Das geschieht deshalb, damit der Leser - der ja vom Lesestoff gefesselt werden sollte - auch beim schnellen Lesen genau unterscheiden kann, was "gesagt" worden ist, und was der Autor einfach bloß erzählt. Und schon die Schreiberlinge der Krone haben früh herausgefunden, dass gerade die Dialoge in einer Geschichte - also die gesagten Worte - ihrem Werk eine höhere Qualität verleihen; sie erhalten den ganz bestimmten "Schmackes". Der Leser lebt dadurch förmlich mit der Handlung und fühlt sich quasi ins RL, ins Richtige Leben, versetzt wenn die Dialoge "stimmen". Deshalb hier ein paar Tipps zum Gebrauch von "Buch-Dialogen" im Gegensatz zu den "Abenteuer-Dialogen".

Im Buch sagt der Protagonist:
"Mein lieber Freund, du hast schon wieder die Anführungszeichen vergessen!"
Im Abenteuer sagt er einfach: Was geht mich das an? Hier war es schon immer so und es wird auch immer so bleiben.
Oder er sagt es so: Was geht mich das an? Hier war es schon immer so und es wird auch immer so bleiben. (Kursiv)
"Na, ja", entgegnet der Protagonist, "das hat schon seine Richtigkeit. Wir wollen auch nicht die Abenteuer ändern. Aber es wäre doch eine tolle Sache wenn wir die unmoderierten Stories, die Fortsetzungsgeschichten und Charplays so richtig cool und fesselnd gestalten könnten wie Jules Verne die Geschichten in seinen Büchern.
Wäre das nicht eine gute Idee?"
Na klar, sagt der Abenteuer-Schreiberling daraufhin. Solange du mir nicht vorschreibst wie ich meine Abenteuer zu schreiben habe, so lange soll s mir recht sein.
"Vielen Dank!" antwortet der Protagonist aus dem Hardcover Buch. "Es ist mir eine Ehre, dein Einverständnis errungen zu haben."
Natürlich gibt es zu Dialogen noch jede Menge zu sagen, aber ich will euch nicht damit überfallen. Machen wir lieber eine Pause. Holt euch Cola und Pommes Frites, dann machen wir weiter. Also bis gleich ...!

2. Vortrag

Texteinschübe

So, Freunde, wie war die Pause? Ich hab inzwischen Unaufschiebbares erledigt und stehe euch nun wieder voll zur Verfügung.
Mir ist zum Thema "Dialoge" noch etwas eingefallen:
Unsere viel gelesenen Buchautoren fangen mit jeder Äußerung ihrer Protagonisten einen neuen Absatz an. Es geht dabei vor allem um eines der Hauptkriterien, nämlich um die Forderung nach einwandfreier Lesbarkeit des Geschriebenen; der Leser muss leicht und eindeutig erfassen können was ihm der Autor mitteilen will.
"Das heißt", erkundigt sich einer der angehenden Autoren, "dass ich jeweils mit dem ersten Anführungszeichen einer Äußerung auch eine neuen Zeile beginnen sollte."
"Ja, das heißt es wohl", bestätigte der Lektor seine Frage. "Es heißt aber auch, dass die Erwiderung seines Gesprächspartners im Dialog ebenfalls mit einer neuen Zeile beginnt!"
"Etwa so?" fragt der Autor.
"Ja, etwa so! Und der nachfolgende Text der Geschichte erhält ebenfalls eine neue Zeile!"
Einen Augenblick überlegt der Jungautor, dann nickt er.
"Ja, ich verstehe.!" Dann aber kratzt er sich hinter dem Ohr und deutet auf das Geschriebene. "Und warum ist das Komma dann NACH dem Schlusszeichen, das Fragezeichen, das Ausrufezeichen und der Punkt jedoch DAVOR?"
Der Lektor lacht. "Siehst du", meint er, und legt dem Jungautoren die Hand auf die Schulter, "jetzt hast du mich ertappt. Ich weiß es nämlich nicht genau. Ich hab s - ehrlich gesagt - bloß von den anderen Autoren abgeguckt. Der Duden gibt zwar über alles Mögliche Auskunft, aber ich muss gestehen, dass ich irgendwann die Suche nach dem Grund für diese Eigenart der Schreibweise aufgegeben habe."
Der Jungautor nickt strahlend. Er hat den Profi bei einem Manko erwischt. Das bedeutet, dass der also auch nicht hundertprozentig ist. Und das bedeutet wiederum, dass er selbst auch nicht hundertprozentig sein muss: gutes Gefühl! Aber dann wird er wieder ernst.
"Also kann ich es im Grunde genommen machen wie ich es gerade will ...?"
Der Lektor wiegt den Kopf.
"Im Grunde genommen, schon", antwortet er mit Bedacht. "Grundsätzlich gibt es tatsächlich die künstlerische Freiheit. Jedoch wäre es ziemlich unklug, gegen die so genannten Üblichkeiten zu verstoßen. Selbst wenn der Leser deine Eigenheiten akzeptieren würde, so scheitern gewagte Experimente doch meistens am Lektor des jeweiligen Verlags. Dieser akzeptiert nämlich bei weitem nicht alles was er vorgesetzt bekommt."
Betrachten wir noch einmal die Texteinschübe zwischen zwei gesagten Satzteilen:
Also zunächst gibt es eigentlich immer nur EINEN Einschub und nicht zwei oder mehr. Also etwas so:
"Text eins", Einschub, "Text zwei!"
Wenn man s anders macht,
"Text eins", Einschub, "Text zwei!" und noch n Einschub dranhängt, dann liest es sich nicht so gut. Probiert es einfach mal aus. Aber da sind noch ein paar Fragen, die ich gerne in diesem Zusammenhang beantworten möchte. Sie betreffen Gedachtes, also das was einer unserer Helden zwar nicht offiziell sagt, das wir aber unbedingt dem Leser mitteilen wollen.
Also, wie stellt man Gedachtes dar?
Versuchen wir s einfach, aber achtet auf die Feinheiten:


Beispiel eins:
Wie bring ich das dem Kerl wohl bei, dachte Drachenherz und kratzte sich hinter dem Ohr.
Beispiel zwei:
(Kursiv)Wie bring ich das dem Kerl wohl bei, (Normalschrift)dachte Drachenherz und kratzte sich hinter dem Ohr.
Frank Herbert benutzte die kursive Schreibweise in seiner Monumentalreihe DUNE, Der Wüstenplanet, und es hat mir sehr gut gefallen. Sie kommt meiner Meinung nach am besten!
Beispiel drei könnte ich mir so vorstellen:
"Wie bring ich das dem Kerl wohl bei", dachte Drachenherz und kratzte sich hinter dem Ohr.
Hab aber auf die Schnelle nichts Entsprechendes in den mir zur Verfügung stehenden Büchern gefunden.

Aber egal wie wir s machen, Es gilt IMMER die Frage: Wie mache ich es, damit auch der Schnell-Leser das Geschriebene korrekt erfassen und genießen kann. Dann erst kommt die Frage: Was kann ich NOCH tun, um ihn bei der Stange zu halten!
Also, wieder mal eine kleine Pause. Snack oder Pausenbrot, und denkt ruhig auch mal an was anderes. Ihr könnt die Vorträge ja später alle Ruhe noch einmal im Forum nachlesen, sooft ihr wollt. Sie laufen euch nicht weg. Beim nächsten Vortrag unterhalten wir uns eingehend darüber!


3. Vortrag

Stimmungen ausdrücken

So, Freunde! Alle zurück aus der Künstlerkneipe? Dann kann s ja wieder losgehen!
Vielleicht ist euch schon mal aufgefallen, dass der Text zwischen den einzelnen Satzteilen nicht ständig "sagte er" lautet, obwohl es sich stets um Gesagtes handelt.
Nun, das hat natürlich verschiedene Gründe. Der einleuchtendste ist wohl der, dass der Leser sich zu langweilen beginnt, wenn er immer wieder dieselben Worte lesen muss; ich werde später noch darauf zurückkommen. Ein weitaus wichtigerer Punkt ist jedoch der Umstand, dass man mit diesen Textpassagen zwischen den Satzteilen - oder an ihrem Ende - die jeweilige Stimmung der Situation hervorheben kann.
Beispiel für eine bestimmte Stimmung:
"Du bist doch ein blöder Hund!" quetschte der Niedergeschlagene hasserfüllt durch die Zähne, doch der vehement ausgeführte Racheakt musste wirkungslos verpuffen, da dem Zornigen nur ein Schneeball als Wurfgeschoß zur Verfügung stand.
Oder derselbe Ausruf in einer anderen Stimmung:
"Du bist doch ein blöder Hund!" platzte der Gestürzte lachend heraus und versuchte seiner Rache mit einem Schneeball Ausdruck zu verleihen, was natürlich das ohnehin schon atemberaubende, allgemeine Gelächter zu neuen Höhepunkten trieb.
Versteht ihr? Zwei gleiche Aussprüche, zwei gleiche Situationen, aber zwei völlig verschiedene emotionelle Ebenen. Auf diese Weise werden die Menschen und ihre Dialoge lebendig. Auf diese Weise malt der Autor ein Hintergrundbild von solcher Dichte, dass es den Leser förmlich ins Buch reinzieht weil er dann de facto in der Geschichte lebt.

Noch ein paar Beispiele:
"Heimkommen ist das schönste was es gibt!" bekannte Baldur freimütig.
"Heimkommen ist das Schönste was es gibt!" jubelte Baldur und machte einen Satz.
"Heimkommen ist das Schönste was es gibt!" versuchte Baldur zu erklären und machte dabei ein so ernstes Gesicht, dass die anderen lachen mussten.
"Heimkommen", hustete Baldur, "wäre wohl das Schönste was es für mich noch geben könnte!"
"Heimkommen", knurrte Baldur, "ist für jedermann das Schönste was es gibt, nur nicht für mich!"
"Heimmmgomm n", lallte Baldur taumelnd, "iss s s Schönnnsde was s jibt!"

Am meisten lernt man natürlich, wenn man jeweils ein paar Seiten der viel gelesenen Autoren nach Beispielen abgrast. Zu nennen wären da zunächst "Karl May" und "Jules Verne". "Stephen King" würde ich erst später in der Lektion empfehlen. Man braucht die Autoren nicht zu lesen, wenn man nicht mag. Man sollte aber in jedem Fall ihre "Schreibe" studieren, ihre Dialogführung. Jeden Tag ein bisschen. Damit verbessert sich natürlich die eigene "Schreibe", bis man eines Tages in der Lage ist, den Leser an den Stuhl zu fesselt, dass er nicht mehr aufstehen kann, ehe das Buch zu Ende gelesen ist. "Mann!" sollte der Leser im Idealfall danach fassungslos stammeln. "Der schreibt ja wie ein kleiner Gott.!"
Und das, liebe Freunde, wünsche ich euch allen; und mir natürlich auch!


4. Vortrag

Dialoge: Zeigen, wer spricht

Danke für die Lobeshymnen. Sie zeigen mir, dass ihr echt an diesem Know-how interessiert seid. Die Blumen bitte ich jedoch - aus Public Relations Gründen - drüben in der Künstlerkneipe zu überreichen, damit die anderen auch was davon haben.
Hier machen wir weiter, indem wir herausfinden, woher der Leser weiß, wer in einem Dialog gerade spricht!
Es ist ganz klar, dass der Leser wissen muss WER gerade spricht, sonst fühlt er sich, als hätte jemand einen Löffel in seine Bauch gesteckt und rühre kräftig herum. Das ist genau das Gegenteil von dem was wir erreichen wollen. Im Bauch soll es nämlich kribbeln; ein Wohlgefühl soll den Leser ergreifen, so dass er mit seinem Buch zum nächst besten Freund rennt, weil er ihm unbedingt jene Stelle zeigen will, die er so cool findet, und DAS ist genau das, was wir erreichen wollen.
Wie also machen wir es, dass der Leser schon beim überfliegen der Zeilen weiß, wer gerade spricht?
Nun, am einfachsten sind die Möglichkeiten mit dem Doppelpunkt.
Bernd sagte: "Jawohl, so wird s gemacht."
Karl antwortete darauf: "Von mir aus! Aber ich bin dagegen."
Kathy erinnerte die beiden: "Wir hatten das längst besprochen."
Und Ernst brummte: "Das ist mir alles schnurz piepe, ich geh jetzt heim."
Ja, so kann man es durchaus machen. Der Leser weiß in diesen Beispielen genau, wer was sagt und kann sich somit ein Bild der Geschehnisse machen. Wir aber, verehrte Freunde, wir glauben nach den ersten beiden Lektionen, dass wir es bereits ein bisschen besser machen können.
Also lasst es uns neben dieser Urform mit ein paar eleganteren Methoden probieren, welche gleichzeitig die Tiefenschärfe und Komplexität des Hintergrundbildes erhöhen:
Bernd hieb mit der Faust auf den Tisch.
"Jawohl!" äußerte er, und es klang sehr bestimmt. "So wird s gemacht!"
Karl nahm einen Schluck aus seinem Warsteiner Glas und hob dann energisch die Schultern.
"Von mir aus!" Es klang reichlich unwirsch. "Aber ich bin dagegen!"
Kathy blickte von der Theke herüber, unterbrach das Spülen der Gläser, stemmte dann die Hände in die Hüften und zog einen Schmollmund.
"Wir hatten das längst besprochen!" warf sie ein, ehe sie sich, scheinbar frustriert, erneut ihrer Arbeit zuwandte.
Ernst warf die Prospekte auf den Tisch, dass sie nach allen Richtungen auseinander flogen.
"Das ist mir alles schnurz piepe", erklärte er kaltschnäuzig. "Ich geh jetzt heim."
Wir sehen, wir haben beide Male dem Leser das Selbe mitgeteilt. Beide Versionen sind richtig und nach den Worten unseres Deutschlehrers gültig. Bloß schreibt unser Deutschlehrer keine Abenteuer Romane. Er begnügt sich damit, Schulwissen weiterzugeben. Es bleibt uns also selbst überlassen eine der beiden Methoden zu wählen oder - und jetzt kommt der Profi - eine bessere Methode zu entwickeln, wie wir dem Leser ein Hintergrundbild zaubern, das ihn möglichst umhaut. Nix ist perfekt, also haben wir eine reelle Chance das, was wir von anderen abgucken, noch viel besser hinzukriegen. Wir müssen nur wollen.
So! Kleine Denkpause. Lasst das Gehörte ein bisschen einwirken und probierte es beim Schreiben aus. Ihr werdet sehen, das kommt bei euren Mitschreibern sehr gut an.


5. Vortrag

Dialoge für schnelle Leser

Willkommen zurück in der Autorenschule. Willkommen bei den einfachen Regeln zu einer griffigen Dialogführung:
Frage: Was machen wir, wenn wir über zwei Freunde schreiben, die sich vielleicht gerade streiten oder die etwa dabei sind, ein Geheimnis zu lüften. Wie vermeide ich in einem solchen Fall, dass der Leser in der Zuordnung des Gesagten durcheinander kommt?
Nun, das ist im Prinzip einfach. Benützen wir folgende eiserne Regel: Immer derjenige, über den zuletzt was geschrieben wird, der beginnt zu sprechen. Selbst wenn in einem einzigen Satz erzählt wird, was beide tun, dann beginnt immer derjenige zu sprechen, der von der zuletzt getätigten Aussage betroffen wird.
Beispiel:
Felix, der Hund kratzte sich hinter dem Ohr, während Mitzi, die schwarzweiß gefleckte Katze schnurrend zuschaute.
"Da kannst du kratzen und kratzen, bis du hundert Jahre alt geworden bist", schnurrte sie. "Solange du deine Flöhe nicht loswirst, wird sich nichts ändern."
Die Katze wurde im vorhergehenden Satz zuletzt genannt, also beginnt sie auch als erste zu sprechen!
Verstoßen wir doch einmal zu Veranschaulichung gegen diese Regel:
Mitzi die schwarzweiß gefleckte Katze schaute schnurrend zu, wie Felix der Hund sich hinter dem Ohr kratzte.
"Da kannst du kratzen und kratzen, bis du hundert Jahre alt geworden bist", schnurrte die Katze. "Solange du deine Flöhe nicht loswirst, wird sich nichts ändern."
Wenn man schnell liest, dann glaubt man, der Hund spricht, bis man, in der Mitte der Aussage belehrt wird, dass es die Katze ist, die da eine große Lippe riskiert. Die Schreibweise muss nicht unbedingt als Fehler gelten und technisch gesehen könnte man es durchaus so machen. Aber wir wollen ja nicht Mittelmaß schreiben sondern High Class. Und da liest es sich natürlich flüssiger, wenn man als zahlender Konsument des Geschriebenen nicht über solche Fußangeln stolpert, und sich später im Text belehren lassen muss, dass nicht der Hund, sondern die Katze in der vorliegenden Geschichte das Maul so weit aufreißt.
So, jetzt sind wir schon bei den Feinheiten angelangt. Und da gibt es so viele, dass man leicht einen dicken Versandhaus Katalog mit Tipps füllen könnte. Wir werden uns nur um das Wichtigste kümmern und es jedem Jungautoren selber überlassen, sich die Kniffe bei den Bestseller Autoren abzugucken. Und da kommen wir gleich zur wichtigsten aller Fragen: Wie erzeugt man Spannung?
Aber nun ist wieder Pause. Ab zu MacDonalds oder in die Künstlerkneipe. Und schaut, dass ihr pünktlich wieder hier seid, wenn es heißt: Spannung erzeugen wie der Altmeister Hitchcock!


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