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Aus dem Buch: Detlef Klewer Hrs. - Der Schwarze Gott des Wahnsinns - (Auswahlband)
 
Der freundlich lächelnde Postbote wich zurück, als ich die Tür öffnete. Sein Lächeln erlosch abrupt. Er wirkte erschrocken.
Vermutlich erwog er, angesichts meines Anblicks zum Handy zu greifen und die Polizei zu verständigen, da anscheinend ein unbekannter Penner in das schmucke Einfamilienhaus eingebrochen war, dessen Besitzer er soeben ein Einschreiben aushändigen wollte.
Ich bemühte mich zu lächeln, was auf ihn vermutlich eher wie das diabolische Grinsen eines Wahnsinnigen wirkte. Vielleicht hielt er mich für eine Art Charles Manson, der vor wenigen Augenblicken die Hausbewohner abgeschlachtet hatte und nun beabsichtigte, den Briefzusteller zu ermorden; ein weiteres Opfer zur erforderlichen Gesamtzahl Niedergemetzelter, um unter der Rubrik Massenmörder einen Eintrag ins Guinnessbuch zu erlangen. Irritiert wappnete er sich zum Rückzug.
Dann zögerte der Mann und fixierte diesen heruntergekommenen Fremden mit forschendem Blick. Ob er unter dem seit dreiundzwanzig Tagen wuchernden Bartwuchs und in den durch extreme Schlaflosigkeit schwarzumränderten Augen eventuell doch den Besitzer dieses Anwesens erkennen konnte?
"Herr ... Doktor Diersford?", fragte er ungläubig und kam vorsichtig wieder näher, das Einschreiben immer noch in der Hand. Ich nickte. Es schien, als wolle er noch etwas sagen, aber angesichts der verkrusteten Essensflecken auf meiner seit Tagen nicht gewechselten Kleidung schluckte er lediglich und ließ mich die Übergabe des Briefes bestätigen. Er warf mir einen Blick zu, der auf einer Skala zwischen Abscheu bis Mitleid jede Nuance enthielt, wandte sich um und verließ eilig das Grundstück.
Ich sah ihm nach, wie er kopfschüttelnd verschwand, und schloss erleichtert seufzend die Tür. Nur der Postbote. Kein blinder Priester, der Armageddon verkündete.
Nur ein bereits erwarteter Brief, dessen Absender meine Vermutung bestätigte: Die Anwaltskammer. Unnötig, das Kuvert zu öffnen, um den Inhalt zu erfahren. Ich wusste ohnehin, dass dieses Schreiben den offiziellen Ausschluss aus der Vereinigung enthielt. Mein kometenhafter Aufstieg im Rechtswesen war endgültig in einen Sturzflug übergegangen, der schließlich mit dem unabwendbaren Aufprall enden würde.
Der ungeöffnete Brief landete auf der Ablage. Ich ergriff das dort abgestellte, halbvolle Whiskeyglas und leerte es in einem Zug. Alkohol kann ein Freund sein. Zumindest ist er bisweilen in der Lage, schreckliche Lebenssituationen in erträglichere zu verwandeln. Und eben jetzt war mir jede Form der Aufmunterung willkommen, denn die sich einst meine Freunde nannten, hatten sich längst von mir abgewandt.
Ihren Rückzug konnte ich ihnen nicht einmal verübeln. Vermutlich würde ich ebenso handeln, hätte ein brillanter Rechtsanwalt meines Freundeskreises seine vielversprechende Karriere gegen ein Leben als alkoholabhängiger Eremit eingetauscht, als zum Kettenraucher mutierter Versager, der seine Körperhygiene vernachlässigte und zudem von Beweisen dafür schwafelte, dass die Menschheit ahnungslos am Rande eines Abgrunds wandle, der sie unbarmherzig zu verschlingen drohe.
Wer angesichts derartigen Verhaltens nicht am Verstand dieses Menschen zweifelte, wäre vermutlich selbst ein Kandidat für die Psychiatrie. Ich jedenfalls hätte daran nicht den geringsten Zweifel gehabt. Doch das war vor dem Mord an Christiane Schnetter ...

Erinnern Sie sich an dieses Verbrechen?
Falls nicht, verbrachten Sie die Sommermonate vermutlich auf einer einsamen Karibikinsel ohne Kontakt zur Zivilisation, denn die Boulevardblätter kannten wochenlang kein anderes Thema. Schlagworte wie grausam, bestialisch oder menschenverachtend füllten inflationär die Titelblätter und wilde Spekulationen kochten hoch. Der Täter wurde zwar rasch gefasst, aber die wahren Hintergründe der Tat kamen nie ans Licht.
Woher ich das weiß?
Der Mörder war mein Mandant. Benjamin Baecker.

Sie fragen sich, welche Umstände ein gefestigtes Leben, wie das meine derart rasant und umfassend, außer Kontrolle geraten lassen? Vormals ein Fels in der Brandung, eine unerschütterliche Stütze der Gesellschaft - zusammengebrochen, wie ein fragiles Kartenhaus. Und dies lediglich aufgrund der Aussage eines Mannes, dessen Verteidigung ich übernommen hatte, auf eine vertrauliche Erklärung hin, die er gegenüber seinem Rechtsbeistand abgab und die ich daher in meinem Plädoyer nicht erwähnen durfte - obwohl sie meinen Mandanten vom Tatbestand des Mordes freisprach.
Warum ich diesen Umstand dennoch nie zu seiner Entlastung vorgebracht habe? Ganz einfach - seine Erklärung hätte nicht nur ihn, sondern auch mich in die geschlossene Abteilung gebracht. Seine Ausführungen klangen wie das Wahnsystem eines Irren und ich gestehe, zunächst hielt ich ihn auch dafür. Wie jeder rational denkende Mensch, beurteilte ich seine Mitteilungen als Schutzbehauptung eines Psychopathen. Ich entschloss mich daher, in diesem Fall auf Unzurechnungsfähig zu plädieren, denn ein kurzzeitiger Aufenthalt in der Psychiatrie schien mir der einzige Ausweg, um eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhindern. Aber ich wollte eben auch nicht, dass dieser Mensch stattdessen bis an sein Lebensende - unter Einfluss von Psychopharmaka und als Gefahr für die Gesellschaft - weggesperrt wurde. Daher beging ich den fatalen Fehler, eigene Recherchen anzustellen.

Meine erste Begegnung mit Benjamin Baecker fand auf dem Empfang eines Berufskollegen statt. Eigentlich stand Baecker in keiner Beziehung zu den anwesenden Gästen. Seine süffisanten Kommentare zur Justiz ließen ihn auf dieser Veranstaltung deplatziert wirken. Letztlich war seine Anwesenheit nur den lächerlichen Bemühungen des Barons Johann von Theben geschuldet, der sein gesellschaftliches Ansehen als Mäzen junger Künstler zu steigern suchte. Baecker zählte zu einem seiner Auserwählten, die er finanziell unterstützte und weswegen er gleichzeitig hoffte, auf diese Weise seinen untrüglichen Kunstverstand zu beweisen. Dass er mittels dieser Bemühungen in Wahrheit eigentlich nur seiner krankhaften Eitelkeit frönte und allzu oft an Speichellecker und Taugenichtse geriet, schien ihn kaum zu stören. Sein nicht unbeträchtliches Vermögen gestattete ihm allerdings derlei zweifelhafte Vergnügungen, die sich - Gerüchten zufolge - nicht immer nur auf das rein künstlerische Schaffen beschränkten.
Es lag also nahe, Baecker zunächst ebenfalls in die Reihe dieser talentlosen Schmarotzer einzuordnen, ohne auch nur einen Pinselstrich von ihm gesehen zu haben.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Das ist kein plumper Versuch, die Distanz zu meinem späteren Mandanten hervorzuheben. Zeugnisse etlicher Berufskollegen könnten bestätigen, dass meine Haltung gegenüber jungen Künstlern ohnehin sehr kritisch war. Tatsächlich entwickelte ich zu jener Zeit eine schier unüberwindliche Abneigung gegen die aktuelle Kunstszene. Blanker Dilettantismus überschwemmte die Museen, in denen so großartige Meister wie Da Vinci, Van Gogh oder Michelangelo zu finden waren. Moderne Machwerke, die jedes Gespür für Ästhetik in widerlichster Weise verhöhnten, verdrängten die wahren Künstler.
Dieser Widerwille überschattete auch das nächste Zusammentreffen mit Baecker: Keine Begegnung im Wortsinne, denn der Künstler war nicht anwesend, als ich auf einer Vernissage mit seinen Gemälden konfrontiert wurde. Ich nahm diese Machwerke als abscheuliches Spiegelbild seiner dunklen Seele. Die bizarre Abstraktheit der Formen und deren schockierenden Farbkompositionen, die schier unerträglich das Auge des Betrachters quälten, schienen mir symptomatisch für den bigotten Nihilismus eines Pseudokünstlers, der seine Unfähigkeit zu meiner Empörung auch noch in bare Münze umzusetzen verstand. Umso unverständlicher erschien mir das Bestreben des Barons, jene Verhöhnung abendländischer Kultur weiterhin materiell zu begünstigen - und damit eine Veröffentlichung dieses Popanzes zu ermöglichen.
Meine heftige Reaktion und aufrichtige Entrüstung, die ich anlässlich dieser Ausstellung lautstark kundtat, schien nun selbst dem Baron zu übertrieben. Er war zwar Derartiges von mir in Bezug auf seine eigenwillige Interpretation von Kunstförderung gewohnt, aber nun bat er mich - höflich, aber bestimmt - die Veranstaltung zu verlassen. Was mich in meiner Empörung nur umso mehr gegen seinen Schützling einnahm, zumal ich nun einen zahlungskräftigen Klienten verloren hatte.
Nach dem Rauswurf hörte ich lange Zeit nichts mehr vom Baron. Er behandelte mich mit höflicher Distanz. Baecker und seiner Kunst schien aber kein nennenswerter Erfolg beschieden zu sein, denn obwohl ich in den folgenden Monaten die Feuilletons und Kulturseiten der Zeitungen aufmerksam studierte, entdeckte ich nicht mehr als eine knappe Spaltenmeldung über die stattgefundene Ausstellung. Kein Wort darüber, dass Baecker womöglich ein aufgehender Stern der Kunstwelt werden könnte. Dies erfüllte mich, wie ich gestehen muss, mit großer Genugtuung. Das Fehlen jeglicher journalistischer Kenntnisnahme dieses angeblichen Künstlers bestätigte meine Ansicht über die Abartigkeit dieser Kunst, die von Theben da förderte.
Nur durch Zufall erfuhr ich von einem befreundeten Notar, dass sich die Aufmerksamkeit des Mäzens zwischenzeitlich einer jungen Künstlerin namens Christiane Schnetter zugewandt hatte, die - wie er versicherte - einem faszinierenden Visionismus huldigte. Baecker sei jetzt nur noch zweite Wahl.
Da der Name der jungen Dame hier bereits genannt wurde, wissen Sie also, dass sie das Opfer meines Mandanten wurde, obwohl ich im Nachhinein eigentlich kaum mehr von Opfer zu sprechen wage. Es mag sich kalt und herzlos anhören, wenn ich derart über eine Gräueltat urteile, die eine gesamte Nation empörte und sogar die Diskussion über Wiedereinführung der Todesstrafe erneut anheizte.
Zu jenem Zeitpunkt, als ich noch nicht über die wahren Motive der Bluttat unterrichtet war, empfand ich ebensoviel Abscheu und Ekel wie wohl die meisten Bürger. Für mich blieb es zunächst eine Zeitungsnotiz: Ein grausamer Mord, aber der Täter war schließlich gefasst worden. Ende der Geschichte. Himmel, wäre es dabei geblieben, befände ich mich heute nicht in dieser bedauernswerten Lage, über Informationen zu verfügen, die mir niemand glauben würde.

Mein Absturz begann, als ich in den frühen Morgenstunden des 30. Oktobers mein Büro aufsuchte, um die umfangreiche Akte eines Klienten durchzuarbeiten, dessen Verhandlungstermin für die nächste Woche anberaumt worden war. Kaum hatte ich meinen Fuß in die Kanzlei gesetzt, klingelte das Telefon. Ich bedaure bis heute zutiefst, dass ich persönlich den Hörer abnahm, da am Wochenende keiner meiner Mitarbeiter zugegen war. Am anderen Ende der Leitung räusperte sich jemand.
Dann sagte eine männliche Stimme: "Justizvollzugsanstalt Freiburg. Guten Morgen. Hier spricht der leitende Regierungsdirektor Saalbach."
Ich war überrascht und vermochte mir nicht recht vorzustellen, was der Leiter einer nahezu fünfhundert Kilometer entfernten Strafanstalt von mir wollen könnte, aber ich erwiderte seinen Gruß und harrte der Erklärungen, die nun wohl folgen sollten.
"Ist Ihnen der Name Benjamin Baecker ein Begriff?", tönte es sonor aus dem Apparat.
"Ein ... nun ... Künstler ... und mutmaßlicher Mörder", erwiderte ich. "Das Presse-Echo war nicht zu überhören."
"Er befindet sich bei uns in Untersuchungshaft." Saalbach räusperte sich erneut. Es klang in meinem Ohr wie zerbrechende Kreide. "Bisher verweigerte er die Aussage. Doch nun ... will er reden."
"Ja, und?" Langsam wurde ich ungeduldig. "Was hat das mit mir zu tun?"
"Er will mit Ihnen reden!"
"Mit mir?" Ich hätte angesichts einer steppenden Giraffe vor meinem Bürofenster kaum überraschter sein können. "Aber ... er kennt mich ja überhaupt nicht. Wir sind uns vor einiger Zeit lediglich ein einziges Mal flüchtig auf einer Party begegnet."
"Ich kenne den Grund für Baeckers Wunsch nicht, Doktor Diersford." Aus Saalbachs Stimme klang Ratlosigkeit. "Aber es ist wichtig, ein Geständnis zu erhalten. Daher möchte ich Sie dringend bitten, den Mann zu treffen."
"Ach? Und wie stellen Sie sich das vor? Es dürften viereinhalb Stunden Fahrt nach Freiburg sein. Außerdem muss ich einen anstehenden Prozess vorbereiten."
"Keine Sorge, ein Hubschrauber ist bereits auf dem Weg zu Ihnen. Sie reden mit Baecker und sind heute Abend wieder in Düsseldorf."

Wir flogen auf die sternförmig erbaute Justizvollzugsanstalt zu und landeten auf einem Hubschrauberlandeplatz am Rande der Anlage. Saalbach erwartete mich höchstpersönlich, ein sicheres Indiz dafür, wie wichtig ihm diese Unterredung mit dem Untersuchungsgefangenen war.
Nur wenig später saß ich Benjamin Baecker gegenüber und erlebte die erste Überraschung. An ihm war nicht ein Hauch jener Bestie zu spüren, für die ihn alle hielten. Dieser schüchterne, junge Mann, der mir kaum zwei Sekunden in die Augen sehen konnte, wurde eines schrecklichen Mordes verdächtigt? Eines "unglaublich brutalen" Mordes, wie die Presse sensationslüstern verbreitet hatte?
Für einen erfolgreichen Juristen gehört Menschenkenntnis zu den wichtigsten Eigenschaften, um sich im harten Juristengeschäft zu behaupten. Meine Abneigung gegen den Täter und seine Kunst waren zwar nach wie vor groß, aber im Laufe meiner Tätigkeit hatte ich gelernt zu unterscheiden, wer tatsächlich verzweifelt war und Hilfe benötigte - und wer nicht.
Dieser junge Mann, der sein bleiches Gesicht bei meinem Eintreten hinter den Händen verborgen hatte, befand sich in bemitleidenswertem Zustand. Daher unterdrückte ich meinen Groll und reichte ihm die Hand, die er zögernd ergriff. "Ich ... freue mich, dass Sie meinem Wunsch gefolgt sind", bedankte er sich.
Ich nickte knapp. "Sie wollen ein Geständnis ablegen?"
Er leckte sich über die spröden Lippen und das leichte Zucken seines rechten Augenlids verriet seine Nervosität. "Ich möchte meinem - Anwalt meine Geschichte erzählen. Die wahre Geschichte."
Ich erschrak und schüttelte vehement den Kopf. "Moment, meinen Sie mich mit ihrem Anwalt? Das ist völlig unmöglich."
Ich war sicher, dass von Theben die Verteidigung seines Schützlings einem seiner renommierten Staranwälte übergeben haben musste. Da wollte ich mich nicht einmischen.
"Hören Sie", sagte ich deshalb, "der Baron wird seine Leute beauftragt haben, Sie zu verteidigen. Stiebner oder Prink vermute ich oder beide ..."
Baecker winkte müde ab. "Sie haben Recht. Aber die beiden Herren wollen auf Freispruch plädieren. Sie wollen die Beweise anfechten, vielleicht ein paar Entlastungszeugen bezahlen." Er blickte mir fest in die Augen. "Aber ich will keinen Freispruch. Gefängnis, Psychiatrie ... alles wäre sicherer als die Welt da draußen."
Die letzten Worte waren nur noch geflüstert. Baecker schwieg einen Moment, schien sich einen Ruck zu geben und fuhr fort: "Ich benötige jemanden, dem ich meine Version erzählen kann; einen Unbeteiligten, ohne finanzielle oder persönliche Interessen." Sein Blick ruhte dringlich bittend auf mir und meine Ablehnung bröckelte.
Genauer betrachtet konnte die Übernahme der Verteidigung in diesem Fall meine Karriere sogar einen großen Schritt voranbringen. Das Medieninteresse würde sicherlich gewaltig sein.
"Sie haben wohl keine hohe Meinung von mir?", fragte Baecker.
Ich schüttelte den Kopf. "Na ja, um bei der Wahrheit zu bleiben: Ich halte Sie für eine untalentierte Hofschranze."
Er seufzte. "Schuldig im Sinne der Anklage. Ich suchte tatsächlich nach einer Möglichkeit, ohne Anstrengung ein angenehmes Leben zu führen. Ein Zeitungsartikel brachte mich auf von Theben als Kunstmäzen. Ich gestehe, die ersten Gemälde, die ich ihm präsentierte, waren nicht einmal von mir, sondern von einem Kunststudenten, dem ich sie abkaufte. Und wenn man erst einmal im Kunstgeschäft ist ..." Er zuckte die Achseln. "Man wird ohne Zutun zum Selbstläufer."
Ich muss gestehen, seine Ehrlichkeit überraschte mich. Nun, in dieser Gesellschaft benutzte tatsächlich jeder jeden, sofern es ihm nur zum Vorteil gereichte. Ich beschloss, Baeckers Bitte nachzukommen und das Mandat zunächst anzunehmen. Nachdem er mir seine Geschichte erzählt hatte, konnte ich mich immer noch dazu entschließen, es niederzulegen.
Fakt war: Die Indizien sprachen für seine Schuld. Das hatte mir der Anstaltsleiter auf unserem Weg zu diesem Besprechungsraum knapp mitgeteilt. Fakt war außerdem, dass Frau Schnetter eine Konkurrentin des Verdächtigen gewesen war. Jeder innerhalb der Kunstszene wusste um ihre Rivalität um die Gunst von Thebens. Vieles sprach also gegen Baecker, aber ich empfand etwas wie Mitleid für diesen jungen Mann, der mir so gar nicht wie ein eiskalter Killer erschien.
"Also gut", erklärte ich. "Ich werde Ihre Verteidigung übernehmen." Er ergriff meine Hand und schüttelte sie überschwänglich.

Nach Austausch einiger belangloser Bemerkungen, die meinem neuen Mandanten die Befangenheit nehmen sollten, öffnete ich schließlich meinen Handkoffer, entnahm das Diktiergerät, das Saalbach mir in die Hand gedrückt hatte und legte es auf den Tisch. Baecker betrachtete es misstrauisch und erkundigte sich: "Was ist das?"
"Ein Gerät, das unser Gespräch aufzeichnet. Ursprünglich war es für ihr Geständnis gedacht, aber nun wird es mir die Arbeit erleichtern, unsere Unterredung später zu rekapitulieren."
Er dachte nach, schüttelte dann den Kopf und in seiner Gestik drückte sich eine Bestimmtheit aus, die mich überraschte. "Nein!", erklärte er nachdrücklich. "Ich dulde keine elektronischen Aufzeichnungen. Sie können Notizen machen." Er stockte, als wolle er noch etwas hinzufügen, doch dann besann er sich anders und schüttelte erneut den Kopf. "Nein, keine elektronischen Aufzeichnungen!", wiederholte er entschieden. Ich erkannte am Tonfall, dass es in diesem Punkt keine weiteren Diskussionen geben würde.

"Also gut", resignierte ich und ließ das Gerät in meinem Koffer verschwinden. Es hätte mir ohnehin nur nutzlose Mühe bereitet, Saalbach anschließend davon zu überzeugen, es mir zu überlassen. Baeckers Entscheidung half mir dabei, zusätzlichen Komplikationen aus dem Weg zu gehen, die mir allein schon drohten, sobald der Anstaltsleiter erfuhr, dass er nun, statt des erhofften Geständnisses, einen neuen Verteidiger begrüßen durfte.
Ich kramte meinen Notizblock hervor. "Lassen Sie uns beginnen."
Baecker krampfte seine Finger um den Kaffeebecher und die erstaunliche Selbstsicherheit der letzten Momente erlosch wie die Flamme einer Kerze unter Sauerstoffmangel. Jetzt kam wieder der linkische junge Mann zum Vorschein, der mit leiser Stimme zu erzählen begann:
"Wissen Sie, anfangs faszinierte mich Christiane Schnetter zunehmend. Ihr blasser Teint verlieh ihr die geheimnisvolle Aura einer Karpatenprinzessin, obwohl sie aus einem kleinen Dorf an der Wutach stammte. Diese merkwürdigen Ambivalenzen setzten sich fort. Einerseits lud ihr sinnlicher Mund zum Küssen ein, andererseits hielt ihr kalter Blick Verehrer auf Distanz. Sie benutzte ein exotisches Parfüm, das jeden in ihrer Nähe berauschte, doch selbst eine flüchtige Erinnerung an den Duft erzeugte ein unerklärliches Ekelgefühl. Die Liste ließe sich fortsetzen, aber ich denke, das reicht für einen ersten Eindruck. Von Thebens Ego muss es sehr geschmeichelt haben, als Christiane zu ihm ins Bett stieg."
Ich erwiderte nichts, sondern nickte nur leicht, um ihn zu ermutigen, in seiner Geschichte fortzufahren.
"Christianes großes künstlerisches Vorbild war ein amerikanischer Maler namens Pickman. Inzwischen weiß ich, dass er zu Beginn der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gelebt hat, damals für heftige Kontroversen sorgte und schließlich unter mysteriösen Umständen verschwand. Keines seiner Werke fand den Weg in ein Museum und alle Gemälde, die nicht vernichtet wurden, befinden sich in Privatbesitz unter Verschluss." Baecker zuckte die Achseln. "Nun, als sie plötzlich an der Seite von Thebens auftauchte, hielt ich Christiane nicht für eine Bedrohung. Ich sonnte mich noch in der Rolle des Thronerben, die ich sicher innezuhaben glaubte. Wäre ich einfach mit dem Anteil des Kuchens zufrieden gewesen, den von Theben mir gereicht hatte, dann säßen wir uns jetzt nicht gegenüber.
Ich besaß inzwischen eine gewisse Reputation im Kunstbetrieb. Die Bilder, die ich nun selber auf die Leinwände stümperte, fanden ihre Käufer. Meine finanzielle Lage war durchaus zufriedenstellend. Aber in meiner Gier wollte ich möglichst den ganzen Kuchen.
Besonders aufgebracht war ich, nachdem mich ein wohlmeinender Freund darauf aufmerksam machte, meine Konkurrentin wolle im Kampf um die Gunst des Barons ihre Position auch durch vollen Körpereinsatz festigen. Und sie passte genau in von Thebens Beuteschema.
Über die wahren Motive meines Informanten möchte ich im Nachhinein nicht spekulieren, aber die vertraulichen Hinweise erzürnten mich derart, dass ich Christiane umgehend zur Rede stellen wollte. Also stürmte ich zu dem Luxusapartment, das ihr Gönner für sie angemietet hatte. Sie war nicht anwesend. Wie ich von einem Nachbarn erfuhr, befand sie sich zu Besuch bei ihren Eltern. Ich hätte es zu diesem Zeitpunkt dabei bewenden lassen und in Ruhe ihre Rückkehr abwarten können. Doch ich war so aufgebracht, dass ich mich voller Zorn spontan entschloss, ihr nachzureisen." Baecker schüttelte den Kopf. "Ich habe keine Ahnung, was ich mir davon versprach, aber ihre Abwesenheit erschien mir in meiner desolaten seelischen Verfassung als Schuldeingeständnis und Flucht. Das wollte ich nicht tolerieren. Mein Gedankengang war natürlich komplett irrational, denn sie tat ja nur, was ich selbst auch getan hatte: Sie benutzte von Theben als sichere Geldquelle. Und vermutlich besaß sie außerdem mehr künstlerisches Talent, als ich je besitzen würde. Dennoch stieg ich in meinen Wagen und raste los, ohne nachzudenken. Leider gab es keine Freunde, die mich hätten aufhalten können.
Ich war geradezu davon besessen, sie mit ihrer Hinterhältigkeit zu konfrontieren. Mein Ego kam überhaupt nicht auf die Idee, hier etwas Dummes zu tun." Er schluckte schwer, unterbrach seine Erzählung und in seinen Augen spiegelte sich die flehentliche Bitte um Verständnis.
"Am Ende hätte es mich entmutigen sollen, mehr als sieben Kilometer durch einen Wald zu laufen, um an mein Ziel zu gelangen; denn es stellte sich heraus, dass Christianes Heimatdorf Tiefental nicht mit dem Auto zu erreichen war. Stattdessen stachelte diese Tatsache meine Wut noch weiter an, zumal es nicht zu meinen Hobbys zählte, Wegstrecken zu Fuß zurückzulegen. Ich ließ also mein Auto stehen und erreichte Tiefental nach einem Zwei-Stunden-Marsch. Ein mürrischer Dorfbewohner, der über das Auftauchen eines Fremden sehr erstaunt war, wies mir widerwillig den Weg und so hämmerte ich kurz darauf an die Eingangstür eines kleinen, sehr heruntergekommenen Hauses.
Christiane öffnete die Tür und schien nicht im Mindesten überrascht. Komm rein Ben, bemerkte sie lapidar und mit aufreizender Gelassenheit, die in mir den Wunsch weckte, sie zu ohrfeigen und anzubrüllen. Aber so weit war ich noch nicht. Eine dünne Tünche Sozialisation hielt mich davon ab. Also folgte ich ihr ins Innere.
Die Familie saß gerade zu Tisch. Ihr Vater war ein kleiner, dicker Mann mit rot-geäderter Nase, die ihn wie einen schlecht geschminkten Clown wirken ließ. Ich ahnte, dass die große, mit farbloser Flüssigkeit gefüllte Flasche vor ihm nicht unbedingt Mineralwasser enthielt. An seiner Seite befand sich eine hagere Frau, deren Gesichtszüge denen eines Bassets ähnelten. Es erschien mir absurd, dass die beiden Christianes Eltern sein sollten. Ich vermochte keinerlei Ähnlichkeit zu erkennen."
Baecker mied den Augenkontakt mit mir, während er mit monotoner Stimme erzählte, und starrte stattdessen auf die fleckige Tischplatte. Nur hin und wieder riskierte er einen schnellen kritischen Blick, um meine Reaktion zu prüfen.
"Ich kochte vor Wut, doch in Gegenwart ihrer Eltern wollte ich nicht mit Christiane streiten. Aber sie lächelte derart aufreizend, dass mir die Zurückhaltung wirklich schwer fiel.
Setzen Sie sich doch, junger Mann, sagte die Mutter mit bellender Stimme. Essen Sie mit uns. Erst jetzt fiel mir auf, welche Speisen da vor ihnen auf dunkel angelaufenen Silbertellern lagen: Fleischstücke. Kleingehackt. Roh. Blutig.
Mir wurde übel. Vielen Dank für die Einladung, lehnte ich das Angebot so höflich ab, wie ich es in meinem Gemütszustand vermochte. Ich würde nur gern mit Ihrer Tochter sprechen.
Dann reden Sie, schlug der Dicke mit der Säufernase vor. Unter vier Augen, erwiderte ich und sah Christiane herausfordernd an. Sie zuckte die Achseln. Weißt du, wir haben keine Geheimnisse in der Familie, erklärte sie und zwinkerte ihren Eltern viel sagend zu. Genau, grunzte der Vater zustimmend und schob mir ein Glas herüber, das er mit dieser farblosen Flüssigkeit gefüllt hatte. Also, Jungchen, trinken Sie einen guten Schnaps und sagen Sie dann einfach, was Sie zu sagen haben.
Da ich nicht auch diese Einladung abschlagen wollte, nahm ich das Glas und trank einen Schluck dieses widerlichen Zeugs. Es trieb mir die Tränen in die Augen.
Dann wandte ich mich Christiane zu. Ich bin nicht sicher, ob deine Eltern wirklich wissen wollen, mit wem du ins Bett steigst, um dir Vorteile zu sichern, knurrte ich angriffslustig, bereit, nun keine Rücksicht mehr zu nehmen. Sie antwortete nicht, aber ihr Kopf begann sich plötzlich zu verdoppeln ... Schwindel erfasste mich ... Ich taumelte ...
Nun, wie ich immer sage: Kein Alkohol auf nüchternen Magen!, keifte die Mutter mit hoher Stimme, die in meinen Ohren schmerzte. Sie hätten das Abendessen nicht ausschlagen sollen. Krampfhaft um Haltung bemüht, klammerte ich mich an die Tischkante. Christiane erhob sich, fasste mit hartem Griff meinen Arm und geleitete mich zu einem zerschlissenen Sofa, auf das ich mich dankbar fallen ließ. Die Umgebung verschwamm vor meinem Augen."
"Ziemlich leichtsinnige Entscheidung, ein Glas zu leeren, dessen Inhalt man nicht kennt", bemerkte ich.
Baecker schaute mich vorwurfsvoll an und ich erkannte, dass er mit der Versuchung kämpfte, sich wieder in sein Schneckenhaus zurückzuziehen. Das galt es zu verhindern, denn um eine wirkungsvolle Verteidigung aufzubauen, bedurfte ich noch weiterer Informationen. Ich lenkte ein: "Ach, wahrscheinlich hätte ich genauso gehandelt."
Er warf mir einen misstrauischen Blick zu.
"Woher sollte ich ahnen, dass man mir mittels Begrüßungsschnaps eine Droge eingeflößt hatte?", fragte er beleidigt und fuhr dann in seiner Erzählung fort. "Die nächsten Stunden verbrachte ich in tiefer Bewusstlosigkeit. Dann wurde ich durch einen monotonen Gesang geweckt. Ich erhob mich, benommen schwankend, konnte aber stehen. Das Zimmer war dunkel, nur aus einer Ecke des Raumes drang ein schwacher Lichtschimmer. Ich ging ein paar Schritte auf das Licht zu und stieß mit dem Knie an eine niedrige Tischkante. Der Schmerz trieb mir die Tränen in die Augen, half mir aber zu mir selbst zurückzufinden. Die Wirkung der Droge ließ spürbar nach.
Endlich erkannte ich die Quelle der Helligkeit: In den Boden war eine Falltür eingelassen und das Licht drang durch einen schmalen Spalt. Vorsichtig öffnete ich die Luke, in der Befürchtung das Quietschen der Scharniere würde im nächsten Moment sämtliche Bewohner des Dorfes alarmieren. Aber die Falltür ließ sich ebenso problemlos wie lautlos öffnen. Ohne nachzudenken stieg ich die schmale Treppe hinab, die mich in schummriges Zwielicht führte.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete, deshalb war ich auf den Anblick, der sich mir nun bot, nicht vorbereitet." Baecker unterbrach sich, beugte sich über den Tisch und starrte mir mit einer Intensität in die Augen, dass diesmal ich derjenige war, der seinem Blick nicht standhalten konnte. Ich täuschte vor, in meinem Koffer nach einem Taschentuch zu suchen. Als ich wieder aufblickte, bedachte er mich mit einem traurigen Lächeln.
"Diese Kreaturen hatten nicht damit gerechnet, dass ihr Trank auf mich nur bedingt wirkte. Daher wurde ich nun Zeuge ihres schrecklichen Rituals, ohne dass sie meine Anwesenheit ahnten.
Ich sah einen grob behauenen Altar aus schwarzem Stein. Darauf lag Christiane. Nackt. Die Beine gespreizt und angewinkelt. Es war eindeutig, worauf sie in dieser Position wartete. Und es hatte nicht den Anschein, als läge sie dort gegen ihren Willen. Mir wurde übel bei dem bloßen Gedanken, was geschehen würde. Vor ihr stand ein hoch gewachsener Mann in einer Art Priesterrobe. Seine blinden, weißen Augen starrten mich an und ich hatte das Gefühl, sie starrten geradewegs in mein Inneres. Meine Muskeln und Sehnen schienen sich unter seinem Blick zu verflüssigen. Tödliche Schwäche überkam mich. Hätte ich nur Sekunden länger gezögert, so hätte es kein Entkommen aus diesem Blick gegeben. Instinktiv wich ich mit geschlossenen Augen in die Dunkelheit des kurzen Ganges zurück, bis ich an die unterste Stufe der Treppe geriet. Die Furcht überwindend hob ich die Lider ...
Meine vermutlich durch die Droge geschärften Augen nahmen im Zwielicht des Raumes vor mir Grauenhaftes wahr: Ich erblickte dieses Etwas, das Christiane so offensichtlich bereitwillig erwartete, um es zu empfangen: Eine widerliche, formlos wabernde, schwarze Masse mit zahllosen tastenden Tentakeln, die hervorzuckten und sich wieder zurückzogen, näherte sich ihr in gleitenden Bewegungen ..." Die Erinnerungen nahmen Baecker derart mit, dass er keuchte. "Ich wandte mich um und flüchtete über die Treppe nach oben", fügte er schließlich ruhiger hinzu.
"Und Sie sind sich sicher, dass dies alles nicht nur ein Hirngespinst war, eine durch Drogen ausgelöste Halluzination?", fragte ich scharf. Sichtlich erregt sprang Baecker auf und seine blassblauen Augen funkelten zornig.
"Wenn Sie glauben, meine Erlebnisse wären nur das Hirngespinst eines Drogenopfers, dann können wir das Gespräch hier und jetzt beenden!"
Beschwichtigend legte ich ihm die Hand auf den Arm. "Beruhigen Sie sich. Ich bin Ihr neuer Verteidiger. Schon vergessen?"
Er starrte mich verständnislos an.
"Ich muss diese Fragen stellen, denn der Staatsanwalt wird es mit Sicherheit tun und der Richter wird sie beantwortet haben wollen."
Baecker fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, murmelte eine halbherzige Entschuldigung und setzte sich wieder. "Die werden es ohnehin nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommen lassen", sagte er dann. "Meine Einlassungen vor Ermittlungsbeamten, die mich ohnehin für einen Psychopathen halten, sind eine Sache: Alles, was ich denen erzähle, wird protokolliert, in Aktenordner abgeheftet und verschwindet in irgendeinem Archiv. Doch wenn ich vor Gericht aussagen sollte, dringt das in die Öffentlichkeit. Die Presse wird sich für alles interessieren, was ich sage. Auch wenn es noch so verrückt klingt. Das bringt Publicity. Die Zeitungen werden voll davon sein. Und gleichgültig, ob meine Aussagen als Gebrabbel eines Wahnsinnigen abgetan werden oder nicht: Es würde die Aufmerksamkeit auf Tiefental lenken. Das wäre für die Einwohner mehr als gefährlich."
"Keine Sorge. Ihnen kann hier in der Untersuchungshaft nichts geschehen", versuchte ich ihn zu beruhigen. Er sah mich lange zweifelnd an, dann nickte er zaghaft. "Ja, vielleicht haben Sie Recht. Die Tage nach meiner Flucht aus dem Dorf erlebte ich wie im Delirium. Ob es nur nackte Angst war oder Nebenwirkungen der Droge - ich weiß es nicht. Ich fürchtete um mein Leben, aber nichts geschah. Ich erhielt keine warnenden Telefonanrufe, keine Drohbriefe, niemand lauerte mir auf. Wem hätte ich auch von meinen Erlebnissen erzählen sollen? Kein Mensch mit auch nur ein wenig klarem Verstand hätte mir geglaubt. Meine Versuche, Informationen über dieses Dorf einzuholen, waren zum Scheitern verurteilt. Das Internet spuckte nichts aus und für vertrauliche Erkundigungen bei der örtlichen Polizei oder der zuständigen Kreisverwaltung fehlten mir nützliche Beziehungen. Niemand war dort bereit, mir Auskünfte zu erteilen. Lediglich im Archiv des Lenzkircher Landboten fand sich eine Spaltenmeldung über das spurlose Verschwinden eines Höhlenforschers in unmittelbarer Nähe Tiefentals. Aber auch hier existierten keine Einzelheiten, die über Lebensdaten der vermissten Person hinausgingen.
Meine Hilflosigkeit paralysierte mich. Bis mich die Nachricht der bevorstehenden Hochzeit von Thebens mit Christiane erreichte. Und - sie war schwanger!" Ein gequälter Ausdruck huschte über Baeckers Gesicht.
"Was hätte ich tun sollen? Seelenruhig abwarten bis dieses ... Wesen ... in der trügerischen Gestalt eines Babys zur Welt käme? Also fasste ich einen Entschluss: Ich lauerte Christiane auf, tötete sie, öffnete ihre Bauchdecke und verbrannte mit einem Bunsenbrenner, was sie da in sich trug."

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